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Die Anlage der neuen Stadt
Kurze Zeit nach der Gründungsversammlung in Fischau schied der erst 37 Jahre zählende Herzog Leopold V. nach einem Reitunfall plötzlich und unerwartet aus dem Leben. Es blieb nun seinem Sohn, Herzog Leopold VI., vorbehalten, die Anlage der neuen Stadt im Steinfeld in die Wege zu leiten.
Bei der Anlage der neuen Stadt ging man offensichtlich nach einem genauen Plan vor: Der Grundriss der "Nova Civitas" hatte die Form eines Rechtecks, wobei ein Kreuz von vier Hauptstraßen das Stadtgebiet in vier Viertel teilte. Im Zentrum war ein großer rechteckiger Platz als Markt vorgesehen; ein zweiter großer Platz wurde im nordwestlichen Stadtviertel für die Anlage von Pfarrkirche und Friedhof ausgespart. Die wichtigste bauliche Anlage für die Neustadt war zunächst die sie umgebende feste Mauer, die an vier Stellen durch turmbewehrte Stadttore unterbrochen wurde. Durch den Bau von vier gewaltigen Ecktürmen sowie von zwischen diesen und den Toren gelegenen kleineren Türmen ist die Stadtmauer nach und nach - vor allem im ersten Viertel des 13. Jahrhunderts - noch zusätzlich verstärkt. Außerhalb der Stadtmauer errichtete man in geringer Entfernung eine niedrige Zwingermauer.
Dass der Feind erst gar nicht an die Mauern herankommen konnte, dafür sorgte der unmittelbar an die Zwingermauer anschließende bzw. diese umgebende sehr breite und tiefe Wassergraben. Für die Speisung dieses Grabens mit Wasser waren sowohl die Fischa als auch verschiedene kleine Bäche im Stadtgebiet herangezogen. Der bedeutendste Zufluss für den Stadtgraben aber war der Kehrbach, ein seit dem Jahre 1198 nachweisbares künstliches Gerinne, das von der Schwarza bei Peisching abgeleitet wurde.

